Ein neues Fördermodell für die Basler Orchester ab 2016

Die Abteilung Kultur Basel-Stadt hat die Förderpolitik im Musik- und Orchesterbereich gesamthaft geprüft. Sie hat ein neues, inhaltlich orientiertes Fördermodell für die professionellen Klangkörper in Basel entwickelt, welches vom Regierungsrat im Februar genehmigt wurde. Die neue Orchesterförderpolitik will die Ausstrahlung Basels als Musikstadt stärken und wird zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Die gegenwärtige Orchesterförderung des Kantons Basel-Stadt ist historisch gewachsen. Notwendig ist heute eine Förderpolitik, die der Entwicklung, Profilschärfung und Steigerung der künstlerischen Qualität der Klangkörper dienlich ist und die gezielte Positionierung des Musikstandorts Basel anstrebt. Wie im Kulturleitbild 2012–2017 eingefordert, sollen die förderstrategischen Ziele und ihre Umsetzung anhand von inhaltlichen und formalen Richtlinien transparent gemacht werden. Die Analyse und Auswertung der aktuellen Fördersituation erfolgte auf Ende 2014 in Zusammenarbeit mit dem Münchner Unternehmen METRUM Managementberatung.

Das neue Fördermodell
Das neue Fördermodell basiert auf vier Förderinstrumenten, die einander ergänzen: Finanzhilfe, Programmförderung, Projektförderung und Strukturförderung. Eine Finanzhilfe (Staatsbeitrag für vier Jahre) erhält künftig nur noch das Sinfonieorchester Basel SOB, welches damit seinen Auftrag der Grundversorgung an sinfonischem Repertoire und an Opernproduktionen im Theater Basel garantiert. Mit der Programmförderung über drei Jahre können neu Konzertprogramme von professionellen Basler Orchestern aus unterschiedlichen Sparten unterstützt werden. Deren Auswahl wird nach festgelegten Richtlinien und Kriterien durch eine Fachjury und durch die Abteilung Kultur im Präsidialdepartement getroffen. Die Projektförderung steht mit den bestehenden Gefässen Fachausschuss Musik BS/BL, Kulturpauschale Basel-Stadt und Swisslos-Fonds Basel-Stadt weiterhin jenen Klangkörpern zur Verfügung, die keine kantonale Unterstützung durch andere Fördergefässe erhalten; zur Unterstützung von einzelne Projekten, Produktionen und Veranstaltungen. Die Strukturförderung soll punktuell übergreifend wirksame Massnahmen unterstützen, wie etwa eine Dachkommunikation für die professionellen Klangkörper. Das neue Orchesterfördermodell arbeitet mit dem gleichen kantonalen Finanzvolumen wie bisher, verteilt allerdings gewisse Mittel um.

Ziele des neuen Fördermodells
Mit dem neuen Fördermodell kann der Kanton-Basel-Stadt künftig flexibler auf aktuelle Strömungen, strukturelle Veränderungen und Bedürfnisse im Basler Musikleben reagieren. Es ermöglicht grundsätzlich sämtlichen professionellen Klangkörpern aus Basel sich für die Programmförderung zu bewerben. Somit eröffnet es bestehenden wie neuen Orchestern die Möglichkeit einer staatlichen Finanzierung. Es lässt inhaltlich orientierte Förderentscheide zu, die das erklärte Ziel der Profilstärkung des orchestralen Bereiches und somit der überregionalen Ausstrahlung der Musikstadt Basel unterstützen sollen. Mögliche übergreifende Strukturmassnahmen kommen potentiell allen unterstützten Orchestern zu Gute. Durch die neue Orchesterförderpolitik will Basel seinen Ruf als traditionelle Wirkungsstätte und Experimentierfeld von Alter bis Neuer Musik weiter stärken. Die musikalische Vielfalt und die damit verbundene Attraktivität für das Publikum und die Musikerinnen und Musiker selbst werden mit dem neuen Fördermodell erhalten. Gleichzeitig wird es die Grundversorgung an sinfonischer Musik und Musiktheater für die Region sichern.

Das Überbrückungsjahr 2016
Für die Umsetzung des neuen Fördermodells wird 2016 als Überbrückungsjahr genutzt. Die bisher unterstützten Orchester Kammerorchester Basel, basel sinfonietta, Ensemble Phoenix werden auf gleichem Niveau im 2016 wie in der laufenden Leistungsperiode unterstützt. Diese Mittel fliessen aus der geplanten Rahmenausgabenbewilligung, die auf 1. Januar 2016 für die Programmförderung eingerichtet wird.

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